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SENIORENBEIRAT

Kooperation Senioren - FaN-Lollar

Der Seniorenbeirat beteiligt sich an der Schaffung und dem Ausbau einer seniorengerechten Lebensumgebung in Lollar. Dazu berät er die politischen Gremien, hält Kontakt zu gesellschaftlichen Gruppen und Organisationen -unter anderem zum FaN-Lollar- und stärkt den sozialen Zusammenhalt älterer Mitbürger/Mitbürgerinnen durch besondere Aktivitäten wie Besichtigungsfahrten, das Seniorencafé oder die Herausgabe einer Senioren-Information.

Der Seniorenbeirat betreibt eine eigene Web-Seite, die unter der Adresse http://www.seniorenbeirat.lollar.info zu erreichen ist.






Befragung Demographischer Wandel




 

Seniorenbefragung und Werkstattkonferenz "Demographischer Wandel"

Die Stadt Lollar hat rund 9.900 Einwohner und liegt zwischen den Universitäts-städten Gießen und Marburg in Mittelhessen. Bereits in den vergangenen zehn Jahren verzeichnete die Stadt einen Rückgang der Einwohnerzahlen um rund zwei Prozent, während der Landkreis noch eine stabile Einwohnerentwicklung aufwies. Bis zum Jahr 2030 geht die Bevölkerungsprognose der Hessen Agentur für den Landkreis Gießen von einer nahezu stabilen Einwohnerentwicklung aus, langfristig allerdings wird sich ein stärkerer Rückgang der Einwohnerzahlen einstellen.

Was wurde getan?

Im Rahmen des Projektes zum Demographie-Dialog der hessischen Staatskanzlei führte die Stadt Lollar

• eine Seniorenbefragung und
• eine Werkstattkonferenz durch.

Die Seniorenbefragung [110 KB] richtete sich an 741 Personen, die per Zufallsprinzip ermittelt worden waren. Die Fragebogen wurden vom Seniorenbeirat und delegierten, bekannten Personen persönlich zugestellt und wieder abgeholt. Diese waren auf Wunsch auch beim Ausfüllen behilflich. Besonders bewährt hat sich, dass die Zusteller auch die Abholung der Fragebogen angeboten haben. Dafür spricht die sehr hohe Rücklaufquote von 67 Prozent. 497 Fragebögen waren aus-wertbar; nur 30 nicht ausgefüllt.

Die Antworten wurden in einer Datenbank erfasst. Die Befragungsergebnisse wurden vom Seniorenbeirat analysiert, verwertet und veröffentlicht. Anregungen und Ideen wurden an die politischen Gremien zur weiteren Veranlassung über-geben.

Die Werkstattkonferenz zum Thema „Demographischer Wandel“ fand am Samstag, dem 8. November 2008, von 14:00 bis 17:30 Uhr, in der Mensa der Clemens-Brentano-Europaschule statt. Hier wurden die Ergebnisse der Befra-gung präsentiert. Die Werkstattkonferenz wurde von einem externen Moderator geleitet (Gerhard Johannes Stratenwert).

Im Rahmen der Werkstattkonferenz wurden folgende Themen und Fragestel-lungen behandelt:

1. Verbesserung des Zusammenlebens von Jung und Alt
Was kann die Stadt dafür tun?
Was können die Schulen, Kirchen, Religionsgemeinschaften dafür tun?
Was können die Vereine und Privaten dafür tun?
2. Wo und wie kann das Stadtbild von Lollar verbessert werden?
Durch die Verwaltung?
Durch die Bürger?
3. Wie kann die Situation für Fußgänger und Radfahrer verbessert werden?
4. Entsprechen unsere Friedhöfe Ihren Vorstellungen?
5. Wie ernst werden die Probleme und Sorgen der Senioren von der Verwaltung sowie der Öffentlichkeit genommen? Was wäre zu verbessern?
6. Wie kann der Seniorenbeirat seine Arbeit besser „verkaufen"?

Die Vorstellungen, wie ein Demographischer Dialog fortgeführt werden kann, wurden diskutiert. Die Teilnehmer arbeiteten in Gruppen zusammen.


Wer war beteiligt und wie wurde eingeladen?

An der Fragebogenaktion beteiligten sich 497 Senioren (67 Prozent der 741 Befragten).

Zur Werkstattkonferenz wurde die Stadt Lollar eingeladen. Die Einladung wurde an 25 Personen gerichtet, darunter je ein Vertreter von Magistrat, Ordnungsamt, Stadtplanung, Gewerbeverein, Kirchen, Schulen, Ortsbeiräten und Fraktionen. Neben diesen Funktionsträgern bemühte sich der Seniorenbeirat um die Teilnahme von Bürgerinnen und Bürger ohne besondere Funktion in der Kommune. Darunter waren zwölf Seniorinnen und Senioren vorwiegend aus der Reihe der Befragten, zwölf andere Personen aus dem "Querschnitt der Bevölkerung": Jugendliche, Migranten verschiedener Ethnien. Die Auswahl konnte nicht statistischen Parametern folgen und sollte doch als Querschnittbild ausbalanciert sein.
Für die Verbreitung der Einladungen wurden die Dienste des Fördervereins „Aktive Nachbarschaften Lollar“ in Anspruch genommen.

Für den Workshop war eine Teilnehmerzahl von rund 50 Personen vorgesehen. Tatsächlich haben sich aber trotz persönlicher Einladung nur ca. 25 Personen beteiligt. Die Bürgerschaft wie auch die Politik waren unterpräsentiert; einige der Eingeladenen waren trotz Zusage nicht gekommen.

Bürgermeister und Stadtplaner nahmen als „Nomaden“ an Gesprächen in allen drei Gruppen teil.
Die Aktivitäten wurden von der Presse aufmerksam begleitet.

Was wurde erreicht und wie geht es weiter?

Nach Auswertung der durchgeführten Fragebogenaktion verfügt Lollar heute über detaillierte und verwertbare Ideen und Anregungen.

Die Befragung und die anschließende Ergebniserörterung in der Werkstattkonferenz erbrachten eine brauchbare Liste von Anregungen und Wünschen und lieferten der Kommunalverwaltung Erkenntnisse für zukünftiges Handeln sowie hilfreiche Daten. Deutlich wurde z. B. der Bedarf an Ruhebänken auf den Friedhöfen, in der Nähe von Supermärkten und generell entlang der Versor-gungswege sowie die Notwendigkeit von barrierefreien Gehwegen.

Die an die Fragebogenaktion geknüpften Erwartungen wurden erfüllt. Engagierte Bürger und die kommunalpolitischen Entscheidungsträger sind nun in der Lage, eine Basis für den Zusammenhalt in der Stadt zu schaffen. Die Stadt macht es sich zur Aufgabe, das heutige Wissen über den demographischen Wandel umzusetzen und will als Fortsetzung die Ideen und Anregungen vertiefen. Um nachhaltige und dauerhafte Erfolge zu erreichen, sind weitere Workshops und Veranstaltungen geplant.

Im Hinblick auf das Verständnis des Begriffs „Senioren“ wird es intern unter den Mitgliedern des Seniorenbeirates einen Arbeitsprozess während des Winters 2008/2009 geben.

Nächste Schritte:

• Der Seniorenbeirat vermittelt die Ergebnisse der Werkstattkonferenz an Partner in der Verwaltung.

• Seniorenbeirat und Jugendbeirat nehmen Verbindung zum Verein „Aktive Nachbarschaft“ auf mit dem Ziel, eine informelle Gruppe zusammenzuführen, die als Personen (ohne neu zu stiftenden institutionellen Rahmen) einzelne Initiativlinien aus Befragung und Werkstattkonferenz in bestehende Projekte tragen und erste Schritte zur Fortsetzung des Demographischen Dialoges tun.

• Die Stadt war in der Konferenzvorbereitung, in der Konferenz und im Beobachtergespräch beteiligt - entsprechend sind umgekehrt initiative Schritte aus Amt und Projekten (Förderprogramme: Soziale Stadt / Lokales Kapital für Soziale Zwecke) zugesagt, um die entstandene Verbindung nicht wieder aufzugeben („Brücken zwischen den Potenzial-Inseln schlagen").

• Für den Sommer des Jahres 2009 will der Seniorenbeirat Inhalt und Anlage einer zweiten Befragung prüfen. Darüber hinaus sollen manche der angesprochenen Themen mit Hilfe von Lokalzeitungen und einer eigenen Internetseite im Alltagsdialog unter den Bürgern und Bürgerinnen verankert werden.

(Zitiert nach: http://www.hessen.de/irj/HStK_Internet?uid=1f70e538-074a-0214-fbf1-b144e9169fcc. 15.11.09)

Weitere Informationen zur Befragung können Sie hier herunterladen:
1. Ergebnisse der Befragung [1.014 KB] und
2. Resümee der Befragung [73 KB]